(A. Kaiser)
Selten traf die Bezeichnung „Abschlussfahrt“ zu wie in diesem Schuljahr 2025/26. Nach all den Klassenarbeiten, Referaten, Präsentationen, schriftlichen und mündlichen Prüfungen traten unsere Abschlussklassen ihre wohlverdiente Abschlussfahrt an. Die Ziele konnten kaum unterschiedlicher sein: Während die 9a und 10a nach Paris fuhren, flog die 10b nach London und die 10c verbrachte ihre Zeit in Hamburg. Was durften sie alles erleben?
Fangen wir mit der 9a und 10a an. Paris – die Hauptstadt Frankreichs an der Seine. Am Morgen fuhren die 9a und 10a mit drei Lehrkräften nach Paris, einen Teil der Strecke auch mit dem berühmten TGV, einem der schnellsten Züge der Welt. Und das Programm der Woche konnte sich sehen lassen: eine Bootsfahrt auf der Seine, eine Stadtführung durch Paris, vom Eiffelturm bis zum Arc de Triomphe, ein Besuch des weltberühmten Museums, des Louvres (von dem es heißt, dass man – wenn man alle Kunstwerke und Objekte in aller Ruhe schauen und auf sich einwirken lassen will – ein Jahr braucht!!!) und noch viele andere Sehenswürdigkeiten. Am Dienstag durften die Klassen hautnah erleben, wie Frankreich seinen Nationalfeiertag begeht: Auf der Avenue des Champs Élysées marschierte das Militär auf und am Himmel zogen Düsenjäger die Farben Blau-Weiß-Rot (Farben der Nationalflagge) hinter sich her. Auch durfte der Besuch des Euro Disneylands nicht fehlen. Leider wurden unsere Schüler auch Augenzeugen von einem schweren Schock: Frankreich verlor gegen Spanien sein Fußball-Spiel und flog aus der WM raus. Von den Unruhen frustrierter Fans bekamen unsere Schüler Gott sei Dank wenig bis gar nichts mit. Aber jede Woche geht leider zu Ende und so war am Freitag die Abschlussfahrt auch schon vorbei. Au revoir, Paris.
Die 10b durfte in das Mutterland des Fußballs reisen: nach England! Good Morning, England. Nach so vielen Jahren des bilingualen Unterrichts war es nun an der Zeit, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Lange Vorbereitungen waren nötig, von der Unterkunft bis zum Programm, vom (hoffentlich noch) gültigen Reisepass (Personalausweis reicht nicht mehr aus!) bis hin zur Beantragung der ETA (seit April 2025 muss jeder, der nach Großbritannien einreisen möchte, sich registrieren lassen). Schon am Sonntag ging es los – für manche wohl der 1.Flug? – vom Flughafen Stuttgart nach London. Zwei Lehrerinnen und 21 Schülerinnen starteten ihre Reise. Ein erkrankter Schüler konnte am nächsten Tag zum Glück noch nachkommen. London – eine der interessantesten Städte Europas, eine Stadt, von der es heißt, dass wer einmal dort gewesen ist, ihr sofort verfällt und immer wieder kommen will (oder muss). Was schaut man sich an? Das klassische Sightseeing wäre die Antwort: Mit den typischen roten Doppelstockbussen (Red Buses) wurden die Highlights abgeklappert: vom majestätischen Buckingham Palace über das „London Eye“ (ein Riesenrad) bis hin zum ikonischen „Big Ben“ (wobei hier mit einem Irrtum aufgeräumt wurde: „Big Ben“ ist der Name der riesigen Glocke im Turm). Auch Harry-Potter-Fans kamen auf ihre Kosten: Es gab eine spannende Harry-Potter-Walking-Tour, u.a. auch der berühmte Zustieg an Gleis 9¾. Was für Paris die Seine-Fahrt ist, ist für London die Fahrt auf der Themse, wo man diese pulsierende Metropole auf sich wirken lassen konnte und weitere Sehenswürdigkeiten sehen konnte, u.a. die berühmte Tower Bridge und der Tower von London. Und wer ein Gänsehaut-Gefühl verspüren wollte, der verspürte das auf einer mystischen Jack-the-Ripper-Tour durch die historischen Gassen (bis heute ist nicht geklärt, wer der berühmte Frauenmörder am Ende des 19. Jahrhunderts wirklich gewesen ist). Was wäre aber London ohne Kultur und Großstadtflair: Chinatown, die vielen schönen Geschäfte und das Stöbern auf dem legendären, kultigen Camden Market dürfen nicht fehlen. Und ehe man es sich versieht, ist diese Fahrt auch zu Ende. Erst spät in der Nacht zum Samstag kehrten alle müde, erschöpft, aber froh, glücklich und zufrieden zurück, im Gepäck einen ganzen Rucksack voller unvergesslicher Erinnerungen und lustiger Geschichten. Good bye, London!
Kann Hamburg das alles toppen? Schwer zu sagen. Hamburg und Paris haben 2 Millionen Einwohner, London hat mehr als 4 mal mehr Einwohner. Am Montag fuhr die Klasse 10c mit zwei Lehrkräften mit der Deutschen Bahn von Ulm über mehrere Großstädte im Rheinland bis rauf an die Küste. Mit leichter Verspätung kam die 10c im Norden an, bezog ihre Unterkunft und freute sich auf das Programm. Was schaut man sich in Hamburg an? Es gab eine Stadtführung mit einem Quiz verbunden. An bestimmten Punkten sollten unsere Schülerinnen und Schüler Fragen beantworten. Für jede richtige Antwort gab es einen Punkt. Vom Rathaus und der Binnenalster über die Speicherstadt bis hin zur Elbphilharmonie. Nach der Stadtführung gab es eine Hafenrundfahrt, denn der Hafen gehört zu Hamburg wie die Berge zu Bayern. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Miniaturwunderlands. Mehrere Stunden verbrachten unsere Schüler dort, staunten über die vielen Welten, von Hamburg bis Rio, vom Alpengebiet bis zur Wüste, von Monaco bis zu den USA. Licht- und Geräuscheffekte, ein riesiger Flughafen… wie gesagt: 2-3 Stunden, meinte die Dame an der Kasse, könne man hier verbringen. Am Ende waren es fast über 4 Stunden! Hamburg und Schokolade – wie passt das zusammen? In Hamburg wurde und wird bis heute Kakao eingeführt. Im Chocoversum bekam unsere Klasse einen Einblick über den Anbau von Kakao, die Verarbeitung zur Schokolade, der Unterschied zwischen weißer und dunkler Schokolade (kennt ihr den Unterschied?) und die vielen Geschmacksrichtungen. Am Ende durfte jeder eine eigene Schokolade entwerfen (und aufessen). Für manche gehörte noch ein Musical-Besuch zum Pflichtprogramm. „König der Löwen“ – ein beeindruckendes Musical. Manche Schüler nutzten die Freizeit für eigene Unternehmungen, wer wollte, konnte sich den Lehrkräften anschließen und weitere Sehenswürdigkeiten erleben: die Elbphilharmonie, der Alte Elbtunnel unter dem Hafen, die St. Pauli-Landungsbrücken, der Aufstieg zum „Michel“ (Hamburgs berühmter Dom und Wahrzeichen der Stadt) oder der „Grüne Bunker“ (im 2. Weltkrieg ein Bunker mit Flugabwehrkanonen, heute ein Gebäude mit Wohnungen, Restaurant, Hotel und kleinen Geschäften). Und dann wurde es Freitag. Die Heimfahrt stand an. Am späten Nachmittag kamen alle in Ulm an, mit neuen Eindrücken und schönen Erinnerungen. Ach, ja: Im Norden spricht man auch Plattdeutsch. Daher auf Plattdeutsch: Up Weddersehn, Hamburg!










